Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)


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Eleganz und Verzicht“ hat jemand an eine Mauer gesprüht, an der ich täglich mindestens einmal vorbeikomme. In unserer kleinen Stadt, die eher für grobschlächtigen Protz bekannt ist, ist das ein Motto, das ich mir zu Herzen nehme.

Die Eleganz, die im Verzicht liegt, ist die einzige, die mir zur Verfügung steht, fürchte ich. Ansonsten bin ich ein Trampel vor dem Herrn.

(Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich mein Blog zur Zeit nur als Notizbuch und Sudelheft nutze. Mir fehlt jegliche Energie, und das liegt nicht an der Hitze, sondern an den Umständen, auch bekannt als: „Zwei Jobs zum Preis von einem“.)


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Glaserbruder

Auf Grund eines mir nicht erklärlichen Phänomens bin ich in den Spiegeln, die mein Bruder vor zwanzig Jahren in der Ausbildung gemacht hat, immer sehr viel schöner als in der Realität. Da die Spiegel an unterschiedlich beleuchteten Orten hängen, kann es nur an meines Brüderchens goldenen Händen liegen.


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Keine Energie, weder fürs Schreiben noch fürs Tanzen. Gerade einmal, dass ich es schaffe, eine Ladung Wäsche in die Maschine zu werfen. Gebügelt wird nicht, mein derzeitiger Kleidungsstil heißt „Vogelscheuche trifft Lotterliese“. Die Küche ist ein Schlachtfeld, vom Bad wollen wir gar nicht reden. Balkon und Schreibtisch sind nicht allzu widerlich, aber der Staubsauger…der Staubsauger will mir ein Bein stellen, damit ich ihn endlich in die Hand nehme. Seine Cousine, das Staubtuch und deren Mann, der Putzlumpen, sind chronisch unterbeschäftigt. Sollten Sie mich besuchen wollen, kündigen Sie sich bitte zwei Wochen vorher an. So lange brauche ich, um diese Räuberhöhle wieder in eine Wohnung  zu verwandeln.


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Zwischen den Beeten fliegen Hummeln, huschen Mäuse und streunen mehr oder weniger angegraute Damen. Süß duften die Rosen, der Birnbaum trägt kleine, noch unreife Früchte. Ich aber geniere mich, weil mein Shampoo nach Rosen und meine Seife nach Lavendel riecht, und ich mir vor all den Blumen plötzlich sehr dahergelaufen vorkomme mit meinem schlechten Duftimitat. (Etwas ähnliches muss übrigens einmal zwischen Bettine von Arnim und Karoline von Günderode besprochen worden sein, wenn man ersterer glauben darf, aber gerade finde ich die Stelle nicht. )

Heute ist die Luft stumpf, und ich vermisse den See und seinen würzigen Duft nach Wald und Viehzeug.


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Sie können sich gar nicht vorstellen, wie mir das Schreiben im Moment zuwider ist. Und trotzdem schreibe ich weiter, mechanisch, lasse die Gedanken (vaya Gedanken! *Ironie off*) in die Tastatur laufen, als müsste es so sein. Nennt man dieses Krankheitsbild „Bloggerinkontinenz“? Und sollte ich diesen Schreibdurchfall nicht langsam einmal für etwas Sinnvolles nutzen?

Besser erst einmal einkaufen und Haushalt machen, dann sehen wir (vielleicht) weiter.


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Nächtliche Panikattacke, gegen die nicht einmal die Bloggereien der Freundinnen helfen. Auf der Suche nach einem Krimi zum Einschlafen über Bücher gestolpert, die der geschätzte Bändiger meiner Dämonen empfohlen hatte. Toddi, Giono, Pitigrilli…nein, nicht heute.

Nicht nur eigene Angelegenheiten, sondern auch die Sorgen um den Freund halten mich wach. Wenn ich erst einmal anfange, zu denken…

Dinge, die nicht ausgesprochen werden können, Fragen, die nicht gestellt werden dürfen. Brücken, wurden sie abgebrochen oder nicht? Und wenn sie nicht abgebrochen wurden, darf man hinübergehen? Was für ein Land ist auf der anderen Seite, und ist der Freund noch der, der er war?

Die Hand ausstrecken und ins Leere greifen. Keine Geschichte vom See.

 


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Diese Tage, an denen der Vertrauensbruch wieder ganz präsent ist. Diese Tage, an denen man bemerkt, dass eine, die sich verständnisvoll gab, nur Informationen gesammelt hat,  um sie an die Gegenseite weiterzuleiten. Diese Tage, an denen man sich fühlt wie gelähmt, an denen die Finger auf der Tastatur und die Füße in den Tanzschuhen stolpern. Diese Tage, an denen man nicht begreifen will, wie jemand so sein kann, und an denen man doch erkennt, wieder und wieder, dass sich da nur eine ausgehungerte Seele wie eine Liane um einen Baumstamm winden wollte. Nur, dass da kein Baumstamm ist, bestenfalls ein bisschen trockenes Holz, das keine Kraft  für weitere Lianen hat.


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Es regnet nicht, hier so wenig wie bei Stefan Zweig. Es ist eine seltsame Hitze, keine feuchte, die sich auf die Haut legt wie Sirup, keine glühende, bei der man erwartet, Funken über die Felder springen zu sehen wie bei Theodor Storm. Die Hitze ist, wie alles hier, dumpf und stumpf, ermüdend, erstickend und aufreizend zugleich. Man möchte den Leuten die Hüte herunterschlagen, und am besten den Kopf gleich mit, aber stattdessen sitzt man am Schreibtisch, steht man in der Küche, zügelt man Wut und Nervosität und … nein, dieses Mal bricht man die Brücken ab, verbrennt man die Schiffe, lacht den Leuten ins Gesicht, sattelt das Huhn und macht sich auf und davon.