Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)


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Fundsachen 6

Als es noch wärmer war als jetzt, fiel mir morgens an der Bushaltestelle eine alte Dame auf, die nachts dort zu schlafen schien. Sie beschwerte sich, dass man ihr die Rente klaue, schimpfte auf die Schwarzen – wobei ich erst nicht verstand, ob sie die CSU meinte oder Menschen mit schwarzer Haut – und teilte der Straße mit, sie sei 80 Jahre alt. Wenn sie wirklich 80 ist, dachte ich, überlebt sie den Winter  auf der Straße nicht, und machte mich auf die Suche nach einer Organisation, die ihr helfen könnte. Auf hiesige Behörden mochte ich mich nicht verlassen. Weder sie noch mich sah ich dazu in der Lage, mit oft sturen und abweisenden Sachbearbeitern zu verhandeln. Die Mühlen mahlen langsam hierzulande, bis dahin kann der Winter gekommen und eine alte Frau tot sein. Aber ich fand ein Kloster, das Obdachlosen Hilfe anbot. Ich beschloss, am folgenden Tag dort anzurufen, aber am folgenden Morgen war die alte Dame weg. Ich habe sie nicht wieder gesehen. Ob sie gestorben ist, ob sie eine Unterkunft gefunden hat, ob jemand ihr geholfen hat? Die Süddeutsche Zeitung weiß von einem ähnlichen Fall:  Gloria

Bei mir im Viertel fällt der Strom nicht aus, auch wenn er (fast) überall sonst in der Stadt weg ist. Mein Viertel hängt am zweitältesten Wasserkraftwerk der Stadt, und solange unser Flüsschen nicht austrocknet, sollte nichts passieren.. Philea liest von einem sehr unheimlichen Stromausfall.

Unheimlicher noch ist der Rechtsruck in Sachsen, der Tagesspiegel sucht eine Erklärung und Ideen, wie man dagegen angehen könnte.

Ich bewege mich gern. Ich tanze, ich radele, ich gehe, ich schwimme. Macht alle Spaß, jedenfalls ab und zu.  Noch viel lieber allerdings esse ich oder wälze mich (in Gesellschaft eines Buchs oder eines hübschen Kerls) auf dem Bett, Sofa oder Teppich. Jedenfalls bevor ich Fitness-Frust aufkommen lasse.

Journelle macht sich Gedanken über Hugh Hefner und Camille Paglia.

Das habe ich am Wahlabend rauf und runter gehört: Mon pays Ma ville est malade

 


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Fundsachen 5

Also doch. Ich kann es mir ja nicht verkneifen, Internet zu lesen und meine großartigen Entdeckungen mit Ihnen zu teilen.

Hier zum Beispiel eine wunderschöne kleine Geschichte, absolut jugendfrei, auf einem mitunter nicht ganz jugendfreien Blog. Gimme five!

Zuerst fand ich die Geschichte doof, aber dann habe ich mich an eine andere Geschichte erinnert, die ich einmal gelesen hatte und die ungefähr so ging: Ein Jude wird von einem SS-Mann gedemütigt, und sein Nachbar, einer von der Sorte, die man im Nachhinein Mitläufer nannte, schleudert ihm einen Satz entgegen: „Jetzt sind wir mal dran!“ Dieser kleine, dumme Satz ist einer, den auch AfD-Wähler und Pegida-Sympathisanten sagen könnten. Oder schon sagen, in der irrigen Annahme, dass ihnen bisher Unrecht widerfahren sei – in einem der reichsten und liberalsten Länder der Welt. Die Historie dreht sich im Kreis, und so kriegt die Geschichte einen Sinn.

Ein wunderbarer kleiner Text der Katastrophenchronistin.

Onkel Maike reist in die Normandie. (Bisher drei Blogeinträge, ich verlinke hier nur den ersten.) Übermäßig gut gefällt es ihr da nicht. Es muss da so sein wie bei den Sch’tis, wo ich in meiner Kindheit häufiger meine Ferien verbrachte und meine ersten Brocken Französisch lernte. Ich muss Sie aber enttäuschen, ich rede Französisch nicht mit einem Sch’ti-Akzent, sondern mit einem bosnischen. Das aber ist eine andere Geschichte. Bei den Sch’tis hat es mir aber immer gefallen. Ich liebe ja bekanntermaßen die Tristesse.

Rosalía, eine beeindruckende junge Sängerin.


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Fundsachen 4

Zuerst fand ich diesen Artikel gut. Aber ganz ehrlich? Folgen Sie doch, wem Sie wollen! (Wobei ich wieder einmal sagen muss: ich würde gerne viel mehr Menschen folgen, aber meine Aufnahmefähigkeit ist begrenzt.)

Kinderehe in Afghanistan in den USA.

Afrika, sage ich immer, geht nicht an mich, und mit dem Reisen geht es mir im Moment fast so ein bisschen wie der Sehkranken im Matrosenpulli.  Fremd bin ich da schon, wo ich jetzt wohne, ähnlich wie die Sehkranke. Als Paar gemeinsam verreisen finde ich übrigens überbewertet; ich bin erwachsen und kann mich sehr gut allein beschäftigen. (Natürlich ist es etwas anderes, wenn Kinder da sind.)

Ich bin ja nun schon weit über zwanzig, lasse meine grauen Haare wachsen, und offline sage ich hemmungslos, wie alt ich bin. Warum eigentlich hier nicht? Hm. Aber hier kommt das nuf mit einem Artikel übers Älterwerden.

Die Rosenblatts sind auf Reisen und machen sich Gedanken über eine menschenfreundlichere Nutzung unseres Kulturerbes.

Unsere kleine Stadt will einen kommunalen Sicherheitsdienst. Dessen Aufgaben überschneiden sich mit Polizeiaufgaben. Deshalb wollen manche den Sicherheitsdienst mit Schusswaffen ausrüsten. Da frage ich mich: warum setzt man nicht Polizisten ein? Zu teuer? Damit Sicherheitsleute verantwortungsbewusst mit Schusswaffen umgehen können, brauchen sie eine umfangreiche Ausbildung. Polizisten bekommen so eine Ausbildung und trotzdem kommt es zu Fehlentscheidungen und Überreaktionen. Da die Sicherheitsleute billiger sein sollen als die Polizei, wird höchstwahrscheinlich an der Ausbildung gespart. Und was passiert dann?

Nach ihrem Alter gefragt, pflegte die Tía Anica in ihren letzten Jahren zu sagen: Ich bin 20 Jahre alt, aber das nun schon vier Mal. Eine ihrer Platten trug sogar den Titel „4×20“. Erst 74 Jahre alt war sie, als dies aufgenommen wurde: „Was für eine Mühe kostet es, mein Auskommen zu finden. Jede Tür, an die ich klopfe, bleibt mir verschlossen.

 


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Fundsachen 3

Frau Tikerscherk überlegt, was sie täte, wenn sie einmal reich wär‘.

Die Rosenblatts verreisen. Ich bin sehr gespannt.

Herr Solminore läuft.

Frau Creezy gärtnert. (Ich bitte übrigens sehr darum, dass wir über die Fortschritte auf dem Laufenden gehalten werden.)

Carmilla de Winter zur Frage, was man noch sagen dürfe.

Die die in Kanada lebende Sängerin Farnaz Ohadi versucht seit einigen Jahren die Fusion zwischen persischer Musik und Flamenco.


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Fundsachen 2

Die Mützenfalterin hat ein Märchen geschrieben. Das tut sie anscheinend häufiger, und weil ich selbst aus einem Märchenland komme, bin ich für jedes Märchen dankbar.

Der Herr Schizophrenist hat einen Kommentar an die Frau Novemberregen auf seinem Blog veröffentlicht. Ich weiß zwar nicht, was der Anlass war, aber es ist mal wieder ein wunderbarer Text geworden, und man muss sich gar nicht wundern, wenn das Literaturarchiv Marbach gierig nach seinem Blog schielt.

Herr Solminore regt sich auf.

Thomas Wüppesahl, Sprecher der BAG, äußert sich in der Zeit zum Vorgehen der Hamburger Polizei bei einer Demonstration von G20-Gegnern. Nachtrag: Die Dame von Welt sammelt Stimmen zu den G20-Protesten.

Zu Fremden gemacht: treffen sich ein Jude und ein Muslim…

Kürzlich hatten wir hier den Tango del Piyayo / Tango de Málaga, nun ein ganz anderer Tango, getanzt von der Tänzerin mit den zwei Beinamen: Pilar La Faraona / Pilar la Gorda (und ich hätte bitte gerne ihren Rock).


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Fundsachen 1

Frau Lakritze über Leinen im Stopfblog. (Ich bügele ja nicht einmal Leinenbettwäsche, da  ich hierin der Tante Christine –  Christine bitte mit Betonung auf der ersten Silbe – folge, welche sprach: „Ach was, ein Furz darwidder..!)

Ich kann kein R rollen. (Das heißt, ich kann schon, nur nicht in meiner Muttersprache.) In Hessen können das überhaupt nur die Leute aus der „Werrerraa“ (Wetterau). Alle anderen machen entweder eine kleine Pause, wo das R sein sollte, oder verwandeln es in ein „ch“, wie in „noch“. Mein ukrainischer Kollege dagegen hat ein französisches R, was verbunden mit einem leichten slawischen Akzent sehr charmant klingt. Aber wer möchte schon ein deutsches R? Er schon.

Ich sage immer: Körper sind weder gut noch schlecht, Körper sind einfach Körper. So ähnlich sieht es auch Frau Keinzahnkatzen.

Ich glaube, ich habe meinen Traumjob gefunden: Die Bücher-Kavallerie.