Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)

Mit Rechten reden

6 Kommentare

Ich rede nicht mit Rechten. Ich muss das auch nicht, denn ich sitze nicht einem Parlament o.ä., in das auch Rechte gewählt wurden. Höchstens, dass ich mich einmal in der Straßenbahn mit grölenden Rassisten anlege. Aber was, wenn die Rechte eine Freundin ist, der Rassist ein angeheirateter Cousin, die oder den ich noch zu überzeugen hoffe? Was, wenn jemand, den ich als anständigen und herzensguten Menschen kenne, sich mit David Berger verbündet, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (ein Ziel, das ich übrigens für falsch halte)?  Der Feind meines Feindes ist nicht immer mein Freund.

Autor: Geschichten und Meer

Kontakt: geschichtenundmeer@t-online.de

6 Kommentare zu “Mit Rechten reden

  1. Hmnuja, dann ist vermutlich, daß Sie mit Rechten reden müssen – bis zu einem von Ihnen zu bestimmenden Punkt, ab dem Reden Ihnen nichts mehr auszurichten scheint.

    Ich habe vor einer Weile den Kontakt zu einer Nachbarin gekappt, mit der ich früher öfter mal einen Abend verbracht hatte. Daß sie sich mir gegenüber in vielerlei Hinsicht egozentrisch verhielt, war mir schon vorher bewußt und es war mir lästig, ich schätzte aber ihre anderweitige Klugheit und ihre schöne Sprache.
    Für mich war die Rede-Grenze erreicht, als sie (eine in jeder Hinsicht privilegierte Frau, Therapeutin mit eigener Praxis, reiches Elternhaus, gebildet und belesen, sehr gut verdienend) große Gefahr durch die Aufnahme von Flüchtlingen auf sich zurollen sah und alle anderen für dumm erklärte, Dystopien wie ‚Das Heerlager der Heiligen‘ und Houllebecqs ‚Unterwerfung‘ nicht als demnächst eintreffende Szenarien zu begreifen. Sie salbaderte über Komfortunterbringung und Luxusausstattung von Flüchtlingen speziell in Berlin und war vollständig desinteressiert, als ich ihr die Geschichte einer übel gefolterten Minderjährigen aus dem Südsudan (sie ist Pflegling von engen Freunden) und vom Umgang der Behörden mit ihr erzählte, sondern unterstellte allen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, ohnehin nur Ankerkind für kriminelle Großfamilien zu sein, ihr eigentliches Alter herunterzulügen und sich sonst auf der Kölner Domplatte o.ä. zu vergnügen. Als ich sie fragte, wie es eigentlich kommt, daß Nazisprech Einzug in ihre gewählte Sprache gehalten hat, entgegnete sie, daß sie noch nie so naiv und linksgrünversifft gewesen sei wie ich – woraufhin ich sie aus meiner Wohnung komplimentierte. Seitdem besteht der Kontakt in knappem Kopfnicken.

    Ich kenne einen einschlägig vorbestraften Rechtsradikalen mit fettem Hakenkreuztatoo auf der Wade, der sich mir gegenüber immer anständig und herzensgut verhält, den ich mir aber lieber nicht in jünger, besoffen und in einer Horde vorstelle. Der kümmerte sich ein paar Jahre um das Wohl und Wehe meines Autos und erzählte mir auf Nachfrage, daß das Hakenkreuz seine Wade als Erinnerung an seinen Großvater schmückt, bei dem er aufwuchs und den er sehr lieb hatte. Ich hatte auch einen Nazigroßvater (meiner deportierte als Reichsbahner französische Resistance-Mitglieder in deutsche KZs), mit dem ich mich nicht weniger verwandt fühlte, als ich kurz vor seinem Tod von seiner Täterschaft erfuhr. Allein, ihm das zu sagen und Freunde in von Nazis verabscheuten Gruppen zu haben und andere Meinungen zu vertreten als er, führte zu ziemlich vielen Fragen (er an mich) und zu interessanten Gesprächen. Nie hätte ich gedacht, daß ich jemanden wie ihn überhaupt erreichen kann, falsch gedacht.

    Aber sich mit David Berger zu verbünden, kann aus meiner Sicht niemals zielführend sein. Der Berger ist jenseits jeder Diskursfähigkeit mit seinem Muslim- und Homosexuellengehasse.

    Gefällt 1 Person

  2. Ne, du redest nicht mit Rechten, verteilst aber fleißig Likes für Landschaftsbilder von einem Agitator und blendest seine Scharfmacherei einfach aus. Ach ja, es ist so einfach andere zu tadeln, nicht wahr?

    Gefällt mir

    • Bitte, wen habe ich hier getadelt? Ist es möglich, dass Du den Text nicht verstanden hast? Ich finde es ja nett, dass Du anscheinend akribisch mitnotierst, an wen und was ich Likes verteile. Soviel Aufmerksamkeit für meine Person hätte ich gar nicht erwartet. Und glaub mir, der sogenannte Agitator und Scharfmacher kriegt von mir genug zu hören, aber eben nicht öffentlich.

      Gefällt mir

    • Ich sehe die angebliche Falschbeschuldigung als einen Irrtum, der im Nachhinein richtiggestellt wurde. Den Begriff [editiert] verbitte ich mir hier in Zukunft. Abgesehen davon retweete ich, was ich will, in der einen wie in der anderen Richtung.

      Gefällt mir

Kommentare

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s