Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)

Wo der Hammer hängt

Ein Kommentar

oder: Museen sind heilig.

Kürzlich schrieb ich etwas zu #Kultblick. Da ich selbst als Bloggerin ein ziemlich ungeselliger Mensch bin, habe ich mich recht selten an solchen Aktionen beteiligt. Auch 12 von 12 oder WMDEDGT haben jeweils nur einmal mein Interesse geweckt. Ich bin  auch eine ziemlich naive Bloggerin und schreibe schlicht das, worauf ich Lust habe. Da könnten Sie mit Geldscheinen wedeln oder mir Herz und Hand anbieten: wenn ich nicht will, will ich nicht. Das ist ein Luxus, den ich mir als Kleinstbloggerin leisten kann.

Eine in dem Karpfenteich, an dessen Rand ich mich bewege, bekannte Bloggerin kritisierte kürzlich Aktionen wie den oben erwähnten #Kultblick als eher unsympathische Marketingversuche, die sogar gewachsene Blogaktionen wie 12 von 12 oder WMDEDGT für sich vereinnahmten. Eine andere Bloggerin widersprach ihr dankenswerterweise per Kommentar. Natürlich nutzt auch #Kultblick unentgeltlich geschriebene Texte bekannter und unbekannter Blogger_innen, um für Museen zu werben. Es steht jedoch jedem und jeder frei, sich an solchen Aktionen nicht zu beteiligen. Ich verschenke gelegentlich Texte und Übersetzungen. Ich tue das, weil ich es will und mir finanziell leisten kann. Soweit ich weiß, schwimmen Museen in Deutschland nicht im Geld. Sie brauchen nur einmal die Eintrittspreise Londoner  und Berliner Museen zu vergleichen, dann wissen Sie, was ich meine. Hiesige Museen geben viel und bekommen vielleicht zu wenig zurück. Als ich diesen Text schrieb, sah ich das als eine Möglichkeit, mich bei den vielen Museen, deren Angebote ich für (meist) wenig Geld ausgiebig genutzt habe, zu bedanken.

Aber weder will ich noch muss ich mich rechtfertigen. Museen sind mir heilig, und dafür gibt es Gründe. Ich bin sechs Jahre lang in einer Stadt zur Schule gegangen, in der für Schüler der Eintritt in Museen frei oder sehr, sehr günstig war. Meine Familienverhältnisse waren damals sehr unerfreulich. Ins Städel oder ins historische Museum bin ich geflohen, wenn es zu Hause unerträglich wurde. Noch heute gehe ich ins Museum, in irgendein Museum, wenn es mir schlecht geht. Meistens benehmen sich Menschen im Museum besser als anderswo. Selbst mein cholerischer Vater riss sich am Riemen, wenn er ein Museum betrat.

Nein, ich empfinde es nicht als unangemessen, wenn Museen den Kontakt zur Außenwelt via Blogparade suchen. Wer glaubt, es sei unter seiner Würde, dazu etwas beizutragen, dem sei dies von Herzen gegönnt. Wer glaubt, er müsse den Initiatoren und Teilnehmenden zeigen, wo der Hammer hängt, dem sei auch das gegönnt. Wer so etwas glaubt, dem hat noch kein Museum sein bisschen Verstand gerettet.

Der Don Alphonso beschrieb vor gut zwei Jahren mit vorgeschobener Arroganz ein Museum, in dem ich jetzt gerne wäre. Auch, wenn ich nichts verstehe.

Und ich weiß, es ist mies, sich erst von jemandem inspirieren zu lassen und sie einen Beitrag später in die Pfanne zu hauen. Allerdings ist die Demoiselle mir gegenüber mitunter auch nicht zimperlich gewesen, und bei Museen verstehe ich keinen Spaß.

 

 

 

 

Autor: Geschichten und Meer

Kontakt: geschichtenundmeer@t-online.de

Ein Kommentar zu “Wo der Hammer hängt

  1. Ja, ich sehe es sehr ähnlich. Nicht, dass Museen heilig seien, sondern dass der freiwillige interaktive Austausch für alle Seiten etwas Bereicherndes haben kann. Deswegen bedauere ich es auch, wenn BloggerInnen nicht ins Gespräch gehen (ist Bloggen nicht auch eine Form der „Geselligkeit“? 🙂 )… ich hoffe also, dass auch „die Demoiselle“ von dieser Auseinandersetzung erfährt; ich wäre sehr gespannt auf einen Argumenteaustausch und hätte Lust, mich dann ins Gespräch einzuklinken, wenn ich darf!
    Viele Grüße,
    Sabine

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