Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)

Ich werd’s nicht machen

2 Kommentare

Wo Du nicht willkommen bist, darfst Du nicht tanzen, hat mal einer der zornigen alten Herren des Flamenco gesagt. Wahrscheinlich hat er Recht. Trotzdem denke ich darüber nach, an einem Ort zu tanzen, wo ich nicht wirklich willkommen bin, wo man sich nur mit einer Flamencotänzerin, noch dazu mit einer „traditionellen“ schmücken will.

Ich bin Deutsche, deshalb  habe ich keine Tradition, auf die ich zurückgreifen kann. Ich musste mir Dinge abschauen, die einem keiner erklärt,  andere Dinge wiederum sind vollkommen aus der Luft gegriffen. Woher kommt also der Unsinn mit der „traditionellen“ Tänzerin?  Ich sage es Ihnen: 1. Keine Tänzerinnenfigur 2. Über das reguläre Tanzalter hinaus. 3. Gouvernantenknoten, aber ein wilder Mustermix in der Bühnenkleidung 4. Keine sichtbare klassische Ausbildung, pure Kraft und eher schlichte Technik. (Tatsächlich habe ich neun Jahre lang intensiv Ballett gelernt, aber das sieht mir heute keiner mehr an. Es hilft aber trotzdem auch beim Flamencotanzen). Das klingt zynisch, ich weiß schon. Es ist aber nicht so, dass ich etwas vortäusche. Mir liegt die Tradition, die Moderne bewundere ich, aber der Einfluss der Moderne auf mein Tanzen ist eher gering. Mir gefällt die relative Schlichtheit traditioneller Tänzerinnen, was nicht heißen muss, dass deren Choreografien simpel sein müssen.

Aber im Grunde ist das nutzloses Gerede, denn ich trete ungern auf, je älter ich werde, desto weniger Lust habe ich dazu. Eine pataíta unter Freunden: ja.  Bühne: nein, nicht mehr.

Gut, dass wir darüber gesprochen haben.

 

 

 

Autor: Geschichten und Meer

Kontakt: geschichtenundmeer@t-online.de

2 Kommentare zu “Ich werd’s nicht machen

  1. Den Ausspruch mit dem Willkommensein muss ich mir merken und an die orientalischen Tänzerinnen in meinem Bekanntenkreis weitersagen. Wo sie dich nur anstieren, aber nicht respektieren, dahin gehst du wohl besser gar nicht erst tanzen. Wobei: Diejenigen, die am wenigsten respektiert werden, die können es sich manchmal nicht leisten abzusagen, nicht wahr?

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