Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)

Herbst

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Man sollte vielleicht aus purer Bosheit wieder anfangen zu bloggen. Bosheit ist eine ausgezeichnete Triebfeder. Glauben Sie einer alten Frau.

Raureif im Haar, Villon in der Manteltasche, trete ich aus der Tür. Der Freund ist nun völlig grau, aber es steht ihm. Montagmorgens riecht das Viertel nach Kuhmist; um vier Uhr fahren die Viehlaster zum benachbarten Schlachthof. Noch sind die Bäume grün, nur das Weinlaub an der Friedhofsmauer färbt sich an vielen Stellen rot.

Auf dem kreisrunden Platz, dessen völlige Zerstörung im letzten Krieg nur der ahnt, der davon gelesen hat, werfen Blumenrabatten orange und rote Flammen in den Himmel. Wird ein Krieg jemals der allerletzte sein? In der Stadt erinnern mehrere Steintafeln an den „großen Krieg“ oder den „großen Weltkrieg“. Da ahnte man noch nicht, dass wenige Jahrzehnte danach ein neuer Weltkrieg kommen sollte. Der Mensch neigt wohl dazu, sich Hoffnungen zu machen, und zur Hoffnung passt es nicht, am Ende eines Krieges schon den nächsten zu fürchten.

Septemberhimmelhellblau. Der Freund ist weit fort. Dass er grau geworden ist, weiß ich nur von den Bildern.

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