Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)

Das Meer singt von Freiheit

3 Kommentare

Galeras

(Noch ein Beitrag zu #septeMeer , dankenswerterweise initiiert von @e13Kiki . Es braucht anscheinend nicht viel, um mich wieder zum Schreiben zu bringen. Mal sehen. )

Das Meer singt von Freiheit, sagt der Dichter Félix Grande, aber nicht überall und zu allen Zeiten, könnten die galeotes, die Zwangsarbeiter auf den königlichen Galeeren Spaniens einwenden. Die oben verlinkte galera erzählt von ihrem Schicksal und von ihrer Sehnsucht nach ihren Familien und nach der Freiheit.

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Felipe II,  von 1556 bis 1598 König von Spanien, ratifizierte im Jahr 1560 ein Dekret, das die spanische Armada zuverlässig mit dringend benötigten Zwangsarbeitern versorgte, indem es die  Möglichkeiten, eine Galeerenstrafe zu verhängen, ausweitete. Es war dies die Zeit, in der die Verfolgung der gitanos, also der spanischen Roma, einen ihrer ersten Höhepunkte erlebte. War man im Jahrhundert zuvor den nach Europa einwandernden Roma zwar mit Misstrauen, aber doch mit einer gewissen Neugier und Faszination begegnet, so ist das 16. Jahrhundert der Beginn ihrer organisierten Verfolgung mit drakonischen Maßnahmen. Auf diese Weise landeten viele von ihnen auf den königlichen Galeeren, unter Umständen einfach, weil sie sich geweigert hatten, ihr Wandergewerbe aufzugeben und sesshaft zu werden.

Der Gitano Juan Peña Fernández (1941-2016), genannt „El Lebrijano“, also „der aus Lebrija“, war der Schöpfer der galera. Die galera ist einer der wenigen palos, die im 20. Jahrhundert entstanden. Wenn im September die Rede vom Meer sein soll, muss man vielleicht auch die Galeeren und die galeotes, erwähnen.

Einige galeotes verließen die Galeeren, da die damals ebenfalls in Spanien aktiven Fugger den spanischen König baten, ihnen Zwangsarbeiter zur Verfügung zu stellen. Auch der Reichtum der Fugger basierte somit zumindest zum Teil auf Zwangsarbeit. Man sollte solche Dinge wissen.

 

 

Autor: Trippmadam

Kontakt: trippmadam@t-online.de

3 Kommentare zu “Das Meer singt von Freiheit

  1. Wieder was gelernt. Merci!

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  2. oh wie schön, Sie sind zurück 🙂

    Herzliche Grüsse
    (bisher) stillvergnügte Mitleserin

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