Geschichten und Meer

(Sie müssen das hier nicht lesen.)

Der gelbe Zettel, die Hausmeister und der Tod

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Sie kennen den einen der beiden Hausmeister vielleicht noch vom Vorgängerblog? Der mit dem Türchen und der, sagen wir, ungewöhnlich ausgeprägten Arbeitsmoral, die sich in vorzeitigem Dienstantritt und dem Anbringen von Verbotsschildern auslebte?   Nun sind es zwei, und ich bin nicht sicher, ob sie ein Brüderpaar oder ganz einfach ein Paar sind. Ähnlich sehen sie sich jedenfalls nicht. Vielleicht sind sie auch nur zwei Putzteufel, von Satan aus der Hölle verbannt. (Man soll ja den Leuten nichts Böses wünschen, aber ich hoffe doch sehr, Satan möge sie bald heimholen. Aber der ist vermutlich froh, dass er sie los ist, legt die Füße hoch und räkelt sich in seinem leicht angebrannten Sessel. Jetzt darf er ja.)

Je älter ein Mietshaus ist, desto häufiger kommt der Tod vorbei. Im letzten Jahr war er gleich drei Mal da, dieses Jahr erst einmal. Ein noch nicht alter Mann, aber seit Jahren herzkrank, drei Tage lag er in der Schwüle dieses Sommers, bis jemand die Polizei alarmierte. Es war wohl Zufall, dass er drei Tage lang nicht vermisst wurde, denn eigentlich gab es einen Freundeskreis.

Familie ist wohl ebenfalls vorhanden, und damit diese von Anfang an weiß, wo der Hammer hängt, wurde sogleich ein pestgelber Zettel an der Wohnungstür angebracht.

Der Text:

„Hallo. Bitte beim Betreten der Wohnung Fenster zum Lüften öffnen und ggf.Gekippt lassen wg starker Geruchsbelästigung im gesamten Haus.“ (Orthografie wie im Original)

Ich kenne mich ja mit der Etikette nicht so aus, aber tut man denn so etwas? Macht man Hinterbliebene gleich an der Türsschwelle  auf den von ihrem lieben Verstorbenen verursachten Gestank aufmerksam? Ohne ein freundliches, mitleidiges Wort? Ich habe mir das drei Tage angesehen, und mir soeben erlaubt, das pestfarbene Miniaturpamphlet zu entfernen. Ich glaube, die Familie wird von selbst darauf kommen, die Fenster zu öffnen. Man muss sie nicht noch maßregeln.

Aber so ist er eben, unser Hauswart. (Um nicht ein schlimmeres Wort zu gebrauchen.)

 

 

 

 

Autor: Trippmadam

Kontakt: trippmadam@t-online.de

3 Kommentare zu “Der gelbe Zettel, die Hausmeister und der Tod

  1. Möge der Satan sie bald heimholen, die Blockwartsbrut!

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  2. ohja. In vielen schlummert unerkannt ein kleiner Blockwart. Wehe, wenn er losgelassen…

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